Strom und Wärme flexibel erzeugen

Blockheizkraftwerke liefern einen wichtigen Beitrag zur Energiewende

Die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist ein zentraler Baustein der Energiewende. Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) produziert zugleich Strom und Wärme. Hierbei werden bei der Stromerzeugung elektrische Wirkungsgrade bis zu 42 % und thermische Wirkungsgrade von über 45 % erreicht. Aufgrund der gleichzeitigen Erzeugung und Nutzung von Wärme und Strom wird eine Primärenergieeinsparung von ca. 30 % im Vergleich zur konventionellen Erzeugung von Wärme und Strom erreicht.

Mit ihrer Flexibilität und Effizienz stellen KWK-Anlagen die ideale Ergänzung zur Stromerzeugung aus Wind und Sonne dar, da sie Regel- bzw. Ausgleichsenergie für die öffentliche Stromversorgung zur Verfügung stellen können. So steht es dem Betreiber einer KWK-Anlage frei, eine entsprechende Vereinbarung mit einem Energiedienstleister abzuschließen, um den elektrischen Strom mit Hilfe eines sogenannten virtuellen Kraftwerks zu vermarkten. Dann wird Strom produziert, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist; das stützt auch die Stabilität des Stromnetzes.

Der Bundesregierung hat zu Beginn dieses Jahres eine Änderung im Gesetz zur Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWKG) auf den Weg gebracht. Die Novelle sieht Anreize zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung vor. Das Fördervolumen wurde verdoppelt - von derzeit 750 Millionen Euro auf 1,5 Mrd. Euro pro Jahr - und gezielt die Umstellung der KWK von Kohle auf Gas gefördert. KWK-Anlagen sollen bis 2020 rund vier Millionen Tonnen weniger CO2 ausstoßen und so einen wichtigen Beitrag leisten, um das nationale Klimaziel zu erreichen.

Durch die geänderte Gesetzeslage ergeben sich nicht nur neue Chancen für Industrie und Gewerbebetriebe. Auch Privathaushalte und kommunale Liegenschaften können vom neuen KWKG profitieren. Der Gesetzgeber gewährt bei KWK-Anlagen bis 50 kW für eingespeisten Strom in das öffentliche Versorgungsnetz 8 Cent/kWh Zuschlag, bei Eigenverbrauch werden immerhin noch 4 Cent/kWh ausgezahlt. Die Dauer der Förderung beträgt in dieser Leistungsklasse 60.000 Vollbenutzungsstunden. Für Anlagen über 50 kW gilt sie für immerhin noch 30.000 Vollbenutzungsstunden. Weiterhin gewährt der Gesetzgeber eine Steuerbefreiung für den Erdgasbezug von der Energiesteuer (5,5 €/MWh) und eine Teilentlastung von der EEG-Umlage beim Eigenverbrauch.

Die Regionalwerke Bamberg GmbH hat die Wirtschaftlichkeit eines neuen BHKW in der Grundschule einer Landkreis-Kommune nun näher untersucht. Betrachtet wurde der Einsatz eines BHKW der 20 kW-Klasse mit einem elektrischen Wirkungsgrad von ca. 34 %.

Folgende Rahmendaten liegen dem Berechnungsbeispiel zu Grunde:

Jährlicher Gasbezug:                                              740.000 kWh Ho

Jährlicher Stromverbrauch:                                     135.000 kWh

Investition KWK-Anlage brutto inkl. Nebenkosten:      91.275 €

./. BAFA Förderung                                                  -4.275 €

Investitionskosten                                                    87.000 €

Jährliche Volllaststunden KWK Anlage:                      4.700 Bh/a

Jährliche Einsparung inkl. KWK-Förderung (Förderdauer 60.000 Volllaststunden): 21.650 €/a

Statische Amortisationsdauer (ohne Verzinsung des Kapitals): 4 Jahre    

Durch den Einsatz eines Pufferspeichers kann die Laufzeit des BHKW noch zusätzlich optimiert werden. Wichtig ist, zu beachten, dass Wartungs- und Instandhaltungskosten bei der Ermittlung der Wirtschaftlichkeit eines BHKW berücksichtigt werden müssen.

Fazit der Untersuchung: Der Einsatz eines neuen BHKW unter Berücksichtigung des KWKG 2016 ist für die Kommune sowohl von der Energieeffizienz, als auch von der Wirtschaftlichkeit sinnvoll. Die Amortisationsdauer (ohne Kapitalverzinsung) liegt je nach BHKW-Type zwischen 4 und 5 Jahren.

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