Klärschlammtrocknung

 

 

In den letzten Jahren hat sich die Situation der Klärschlammverwertung deutlich verschärft. Eine landwirtschaftliche Ausbringung ist im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben nur noch eingeschränkt möglich. Darüber hinaus ist ein deutlicher Anstieg der Entsorgungskosten durch externe Dienstleister zu sehen. Zusätzlich werden einige aktuelle Entsorgungswege für Klärschlamm, wie z.B. die Mitverbrennung in Kohlekraftwerken künftig nicht mehr verfügbar sein. Für viele Kommunen ist somit eine langfristige Planung der Klärschlammverwertung nicht möglich.

Der Landkreis und die Kommunen des Landkreises haben bereits im Jahr 2016 einen Energienutzungsplan erstellen lassen, welcher eine mittel- und langfristig gesicherte, wirtschaftliche und umweltfreundliche Lösung im Hinblick auf die Verwertung des kommunalen Klärschlamms aufzuzeigen soll. Eine Möglichkeit zur Reduktion der Klärschlammmenge ist die Trocknung mittels Abwärme. Ein möglicher Standort zur zentralen Klärschlammtrocknung ist in unmittelbarer Nähe zur Kläranlage in Strullendorf gegeben.

Im Rahmen eines Teil-Energienutzungsplanes, welcher zu 70 % durch das bayerische Wirtschaftsministerium gefördert ist, wird die Umsetzung einer Klärschlammtrocknung am Standort Strullendorf durch das Institut für Energietechnik GmbH weiter analysiert. Für das Projekt haben sich mehrere Städte, Märkte und Gemeinden des Landkreises zusammengeschlossen, in welchen jährlich rund 3.500 Tonnen an entwässertem Klärschlamm entstehen.

In Form einer technischen und wirtschaftlichen Variantenberechnung wird eine neutrale Gegenüberstellung vorhandener Technologien zur Klärschlammverwertung durchgeführt.

Die Anlagenkonzepte umfassen dabei Bandtrockner, Rührwerktrockner und Hallentrockner (inklusive Nutzung solarer Einstrahlungsenergie). Vorgaben hinsichtlich der Anlagentechnik umfassen einen energieeffizienten Betrieb, eine minimale Emissionsbelastung durch Staub oder Geruchseinheiten und eine minimale Rückbelastung der nachgeschalteten Kläranlage Strullendorf durch zusätzliches Abwasser. Auf Brüdenkondensation ist zur Sicherstellung einer einwandfreien Abwasserreinigung zu verzichten.

Während der Bearbeitung dieses Konzepts konnten Fördermittel vom Bundesumweltministerium akquiriert werden. Dieser Zuschuss in Höhe von 2 Mio. € kann die Investitionskosten und damit einhergehenden kapitalgebundenen Kosten der Trocknungsvarianten auf ein Minimum senken. Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zur Ermittlung der Betriebs- bzw. Entsorgungskosten für Klärschlamm zeigt, dass die Klärschlammtrocknung durch Abwärmenutzung eine mittel- bis langfristige kalkulierbare Entsorgung des kommunalen Klärschlamms sicherstellen kann.

Im Hinblick auf Entsorgungsmöglichkeiten von getrockneten Klärschlamm sind aktuelle Planungen zum Bau einer Klärschlamm-Monoverbrennungsanlage der Stadt Nürnberg als positiv zu bewerten. Das Anlagenkonzept der Stadt Nürnberg sieht vor, getrockneten Klärschlamm aus umliegenden, ländlichen Landkreisen anzunehmen und thermisch zu verwerten. Klärschlamm wird zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt, überschüssige Kapazitäten können aufgrund der vorhandenen Infrastruktur nachhaltig und effektiv genutzt werden. Daneben werden weiterhin alternative Entsorgungswege des getrockneten Klärschlamms sowohl auf Landkreisebene als auch über die Landkreisgrenzen hinaus geprüft.

Somit zeigt dieses Konzept, dass mit Hilfe der interkommunalen Klärschlammtrocknung in Strullendorf die landwirtschaftliche Ausbringung des Klärschlamms vermieden, ungenutzte Abwärme sinnvoll eingesetzt und ein wichtiger Beitrag zur Bereitstellung regenerativer Energie in Form der Klärschlammmonoverbrennung erzielt werden kann. Durch energieeffizienten Betrieb in Verbindung mit der Investitionsförderung des Bundesumweltministeriums kann eine langfristig gesicherte und vor allem kalkulierbare Klärschlammentsorgung sichergestellt werden.

Die komplette Studie erhalten Sie vom Klimaschutzbeauftragten des Landkreises Bamberg Herrn Robert Martin.